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Der Körper ist Ziolkowskis zentrales Thema kein Wunder, ist er doch der Sohn eines Ärztepaares. Medizinische Bücher mit ihren verstörenden Abbildungen haben ihm schon früh vor Augen geführt, was sich unter der Haut abspielt. Und so zeigt er auf seinen Bildern immer wieder Knochen, Muskeln, Arterien. Der Blick ins Innere des Körpers zeugt auch von massiven Zweifeln an der Konsumgesellschaft mit ihren makellose Oberflächen. In Zeiten von computergenerierter Perfektion, Botox-gestraffter Haut und dem Wahn ewiger Jugend zeigt er, was unter dem Waschbrettbauch, in den Eingeweiden, vor sich geht. Immer wieder thematisiert er das Organische, den Kreislauf des Lebens, Tod und Verfall. Doch die Auseinandersetzung mit diesen grundlegenden Fragen der menschlichen Existenz erfolgt mit einem makaberen Humor, der schon die mittelalterlichen Totentänze auszeichnete. So windet sich auf Oesophagus (2008) das Gemälde verdankt seinen Titel dem medizinischen Fachterminus für Speiseröhre eine riesige Schlange. Das Tier gleicht einem verschlungenen Darm, der auf ganzer Länge mit Köpfen, Gliedmaßen und seltsamen Organen angefüllt ist. Schauplatz der in psychedelischen Grün-, Lila und Gelb-Tönen gehaltenen Szene ist eine mit Fischen, Flaschen und umherkrabbelnden Zungen übersäte Wiese, an deren Horizont eine Armada Zigaretten rauchender Vulkane aufragt. Ein völlig absurdes Szenario naive Sonntagsmalerei auf LSD.
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