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Ich muss sagen, dass das Verhalten der Menschen, denen ich in den Flüchtlingslagern begegnet bin, beispielhaft ist. Sie haben nichts mehr, aber sie zeigen untereinander ein solidarisches Verhalten und versuchen sich gegenseitig zu helfen. Die humanitäre Hilfe liegt in den Händen der Caritas, die sehr gut organisiert ist und mit zahlreichen freiwilligen Helfern vor Ort den tatsächlichen Hilfsbedarf ermittelt. In Georgien gibt es keine Matratzen, Liegen, Schlafsäcke, Leintücher, Handtücher, Waschschüssel, Seife, Reinigungsmittel, Zahnpasta. Es fehlen Teller und Gläser. Besonders fehlt es natürlich an Medikamenten, die, wie ich hervorheben möchte, die polnischen Malteserritter effizient einsetzen. Es besteht auch ein Bedarf an Wassermatratzen, um Dekubituserkrankungen vorzubeugen. Die Hilfe des Malteserordens war äußerst zielgerichtet. Die Mitarbeiter haben zunächst Verbindungen zu den Leitern der Flüchtlingslager aufgenommen, um sie ihrer Hilfe zu versichern. In den ersten Tagen haben sie bis zu 150 Besuche in den Lagern abgestattet und später dann 10 bis 15 täglich. Es war ein sehr professionell durchgeführter und allgemein anerkannter Einsatz, der auch von dem ad hoc eingesetzten georgischen Flüchtlingsminister gewürdigt worden ist. Hervorzuheben ist besonders die Präsenz in Gori, in der großen Zeltstadt, die dort nach dem Abzug der Russen eingerichtet worden ist, und in allen Flüchtlingsunterkünften der Stadt. Für die Behandlung der Kinder wurden ortsansässige Kinderärzte angeworben, was sehr hilfreich war. Das italienische Rote Kreuz kümmerte sich um die Ernährung der Flüchtlinge mit ca. 9000 Mahlzeiten täglich.
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