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But that’s in flat contradiction to what constitutes privacy: to have a space where you can let go, make mistakes, be untidy and even put up ugly things, in other words, a little refuge beyond the glossy Facebook profiles where so much is artificially enhanced, retouched or untrue.
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Die Tendenz hin zu mehr statt zu weniger Funktionalität ist durchaus auch zu beobachten. Das hängt – gerade beim selbst angebauten Essen – stark mit dem sinkenden Vertrauen in die Industrie zusammen: Man weiss nicht genau, woher die Produkte kommen, die man kauft, wie biologisch sie sind etc. Gleichzeitig steckt hinter dem Bestreben nach mehr Autarkie auch ein Bedürfnis nach ökologisch verträglicheren Lösungen. Allerdings wäre die Komplexität einer wirklich autarken Lebensweise für den Einzelnen kaum handhabbar. Die Tendenz zur Selbstversorgung hat aber nicht nur mit dem Misstrauen gegen äussere Strukturen zu tun. Dahinter steht auch eine Art soziale Ökologie. Ein Gefüge, bei dem es um das Teilen geht, in dem man sich austauscht und Verantwortung füreinander übernimmt. An sich ein sehr guter Ansatz, vor allem, wenn nicht jede Wohneinheit ihren eigenen Garten bewirtschaftet, sondern ein ganzer Strassenzug gemeinschaftlich. Das ist zudem effizienter und kann erst noch den Gemeinschaftssinn stärken, von dessen Schwinden wir bereits gesprochen haben. Allerdings birgt das Ganze auch Gefahren. Denn sobald ich eine Aufgabe in einer Gemeinschaft übernehme, bedeutet das auch, dass ich unter Beobachtung stehe, einem zusätzlichen Druck, alles richtig zu machen, weil ich sonst womöglich sozial sanktioniert werde. Dies widerspricht jedoch genau dem, was Privatheit ausmacht: einen Raum zu haben, in dem man loslassen, Fehler machen, in Unordnung leben und auch hässliche Dinge aufstellen kann, ein kleines Refugium also jenseits der glänzenden Facebook-Profile, auf denen so vieles geschönt, retuschiert oder gelogen ist.
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