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THE MOON INSIDE YOU bearbeitet eines der letzten Tabus: Die Menstruation. Jeder Verschwiegenheit sich widersetzend, lüftet der Film Dutzende Feigenblätter, wo die kollektive Norm sonst verklausuliert, sich mysteriös und manchmal sogar verlogen gibt. Vielschichtig entwickelt sich der Film auch in seiner Erzählweise, die mal informativ und reportagenartig ist, mal als Videotagebuch daherkommt, mal das Interview sucht, dann wieder die Provokation und den Schalk. Schön auch die visuelle Gestaltung, die sich natürlich alles andere als zufällig gern auf die Suche der Farbe Rot macht und auch mit klug eingesetztem Archivmaterial arbeitet. Bestechend zuletzt der über weite Strecken vorhandene spielerische Gestus, der nicht so sehr dazu dient, das Unstatthafte des Themas, die Berührungsangst zu entschärfen, als vielmehr ihre Falschheit zu entlarven. Semaine de la Critique Locarno 2009.
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