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Depuis l’alternative de Cicéron, transmettre soit comme un orateur soit comme un interprète, autrement dit, en mettant sa créativité au service de l’effet ou en restant fidèle à la lettre, la réflexion théorique sur la traduction s’est cantonnée dans des modèles duals : esprit ou lettre, imitation ou paraphrase, philologique ou poétique, donnant à ressentir le caractère étranger ou transposant dans sa propre culture, laide et fidèle ou belle et infidèle.
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Häufig wird nach Übersetzungslesungen gefragt, ob man denn eher treu oder eher frei übersetzt habe. Diese Dichotomie ist ebenso alt wie unausrottbar wie falsch. Seit Ciceros Alternative, entweder als Redner oder als Dolmetscher, also wirkungsmächtig kreativ oder buchstabengetreu zu übertragen, hat das theoretische Nachdenken über Übersetzung sich in dualen Modellen bewegt: Geist oder Buchstabe, Nachahmung oder Paraphrase, philologisch oder poetisch, verfremdend oder einbürgernd, hässlich und treu oder schön und untreu. Kein Übersetzer würde seine Arbeit in diesen groben Begrifflichkeiten beschreiben. Daran sieht man, wie weit die Theorie sich von der Praxis entfernt hat. Denn auch die Versuche der jüngsten Übersetzungstheorie, den Grad der Äquivalenz zwischen Original und Übersetzung in verschiedenen Übersetzungstypologien zu bestimmen, auch sie kommen von starren Entgegensetzungen nicht los: semantisches versus kommunikatives Übersetzen, dokumentarisch versus instrumentell, Aktualisierung versus Historisierung. Merkwürdig, wie beharrlich sich diese Dualismen halten. Dabei wurde doch schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannt, dass Sprache immer historisch und kulturell geprägt ist, und diese Erkenntnis führte dazu, alles Verstehen als Übersetzen und die Übersetzungsarbeit als ein aktives Bewegen beider Sprachen, als schöpferische Erweiterung der Nationalsprache zu begreifen. Damals waren die Theoretiker näher an der übersetzenden Praxis. Übersetzung soll, so Friedrich Schleiermacher, die Fremdheit des Originals nicht eindeutschen, sondern auf den unüberbrückbaren Abstand zwischen Sprachen, Epochen und Kulturen verweisen, indem sie «ahnen lässt, dass sie zu einer fremden Ähnlichkeit hinübergebogen sei.» Über Jahrhunderte hinweg schlägt Schleiermachers Diktum von der Übersetzung als «Ausbildung von Verschiedenheit» eine Brücke zur jüngsten, kulturwissenschaftlichen Definition des Übersetzens als «Repräsentation fremder Kulturen».
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